Warum der Cyber-Markt gerade so teuer ist und was das für dein KMU bedeutet

Wer in den letzten Jahren eine Cyberversicherung abgeschlossen oder verlängert hat, kennt das Gefühl: Die Prämien sind spürbar gestiegen, die Antragsbögen länger geworden, und manche Anbieter lehnen Unternehmen ab, die früher problemlos versichert worden wären. Viele KMU-Inhaber reagieren darauf mit einer Mischung aus Unverständnis und Frustration — und stellen sich die berechtigte Frage: Wofür zahle ich eigentlich mehr?

Wir erklären hier, was den Cyberversicherungsmarkt bewegt — und was das konkret für dein Unternehmen bedeutet.

Der Markt boomt — aber nicht ohne Grund

Der globale Markt für Cyberversicherungen wächst rasant. Munich Re schätzt das weltweite Volumen für 2025 auf über 16 Milliarden US-Dollar. Auch in Deutschland steigt die Nachfrage, insbesondere im Mittelstand. Das klingt zunächst nach einem guten Zeichen — mehr Anbieter, mehr Wettbewerb, sinkende Preise.

Doch der Grund für dieses Wachstum ist kein erfreulicher: Die Schäden durch Cyberangriffe steigen parallel dazu. Laut Bitkom entstehen der deutschen Wirtschaft durch Datendiebstahl, Spionage und Sabotage jährlich Schäden von über 200 Milliarden Euro. Und der Mittelstand trägt dabei einen überproportionalen Teil: 80 Prozent aller ausgewerteten Ransomware-Angriffe in der polizeilichen Kriminalstatistik 2024 richteten sich gegen kleine und mittlere Unternehmen.

Versicherer kalkulieren auf Basis realer Schadendaten. Wenn diese Daten schlechter werden, steigen die Prämien — oder der Zugang wird eingeschränkt.

Warum Versicherer vorsichtiger werden

Hinter den gestiegenen Preisen und härteren Annahmekriterien steckt keine Willkür, sondern eine nüchterne Marktreaktion auf drei gleichzeitig wirkende Kräfte.

1. Höhere und komplexere Schäden

Ransomware-Angriffe sind heute kein einfaches Verschlüsselungsproblem mehr. Laut aktuellen Analysen nutzen 72 Prozent aller Ransomware-Attacken inzwischen das sogenannte Double-Extortion-Verfahren: Daten werden nicht nur verschlüsselt, sondern zusätzlich gestohlen — und mit Veröffentlichung gedroht. Das bedeutet für den Versicherer nicht nur Wiederherstellungskosten, sondern auch DSGVO-Bußgelder, Reputationsschäden, Rechtskosten und Krisenmanagement in einem einzigen Fall.

2. KI macht Angriffe skalierbarer

Was früher handwerkliches Können erforderte, ist heute teilautomatisiert. KI-generierte Phishing-Mails sind inzwischen so überzeugend, dass 60 Prozent der Empfänger sie nicht als Betrug erkennen. Deepfake-gestützte Angriffe haben sich allein im ersten Quartal 2025 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 1.000 Prozent erhöht. Das bedeutet: Angreifer können mehr Ziele gleichzeitig angehen — mit höherer Trefferquote.

3. Kumul-Risiken werden ernst genommen

Wenn ein einzelner Angriff — etwa auf eine weit verbreitete Software oder einen Cloud-Anbieter — gleichzeitig tausende Unternehmen trifft, kann das einen Versicherer in ernsthafte Schieflage bringen. Dieses sogenannte Kumulrisiko hat die Branche in den letzten Jahren stark beschäftigt. Regulatorisch reagiert auch die BaFin: Ab dem Geschäftsjahr 2025 gilt für Cyberversicherungen erstmals eine separate Berichtspflicht — ein Zeichen, wie ernst die Aufsicht das Thema nimmt.

Die gute Nachricht: Der Markt stabilisiert sich

Nach Jahren des starken Preisanstiegs gibt es heute eine differenziertere Lage — und das ist wichtig zu wissen.

Die BaFin hat erst kürzlich festgestellt, dass der Cyberversicherungsmarkt zwar weiter wächst, aber nicht mehr so dynamisch wie zuvor. Im Rückversicherungsmarkt sind die Kapazitäten sogar gestiegen, was zu Preisrückgängen geführt hat. Auch im Schweizer Markt — als guter Vergleichsindikator für die DACH-Region — hat sich der Markt nach einer Phase der Preissteigerungen spürbar stabilisiert.

Der Markt bestraft schwache Sicherheitsniveaus — aber er belohnt auch gut vorbereitete Unternehmen.

Was das konkret für dein KMU bedeutet

Hohe Prämien oder eine Ablehnung des Antrags sind kein Urteil über dein Unternehmen. Sie sind ein Signal: Der Versicherer sieht Risiken, die er nicht einpreisen kann oder will.

Die häufigsten Gründe, warum KMU heute Probleme beim Abschluss haben:


  • Keine Mehrfaktor-Authentifizierung für externe Zugänge

  • Veraltete oder ungepatchte Systeme

  • Keine dokumentierten Backup-Prozesse

  • Kein Notfallplan für den Fall eines Angriffs


Das Gute daran: Diese Punkte sind behebbar. Und wer sie behebt, verbessert nicht nur seinen Versicherungsstatus — er reduziert auch das tatsächliche Risiko.

Beim Abschluss einer Cyberversicherung geht es heute nicht mehr darum, ein Formular auszufüllen und auf eine Police zu warten. Es geht um eine ehrliche Bestandsaufnahme der eigenen IT-Sicherheitslage — und darum, die richtigen Fragen zu stellen, bevor der Schaden eingetreten ist.

Fazit: Preis verstehen heißt Position verbessern

Cyberversicherung ist teurer geworden, weil Cyberangriffe teurer geworden sind. Das ist keine Entschuldigung der Versicherungsbranche — es ist Arithmetik.

Für KMU bedeutet das: Wer sich nur über den Preis ärgert, verschenkt die eigentliche Botschaft. Die Frage ist nicht, ob Cyberversicherung teuer ist. Die Frage ist, ob dein Unternehmen den Anforderungen des Marktes genügt — und wenn nicht: Was lässt sich daran ändern?

Wer das systematisch angeht, zahlt weniger, bekommt mehr Deckung — und ist im Ernstfall tatsächlich geschützt.

Du möchtest wissen, wie dein Unternehmen aktuell dasteht und welche Versicherungslösungen für deine Situation passen? Dann lass uns sprechen.

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Koverso

Cyberrisiken beherrschen statt nur abwehren.

Lassen Sie uns gemeinsam prüfen, welche Absicherung wirklich zu Ihrem Risikoprofil passt – unabhängig und objektiv.

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